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Videorekorder
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Videorekorder (abgekĂŒrzt VCR von englisch Video Cassette Recorder) sind GerĂ€te zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Audio- und Videosignalen (in der Regel Fernsehbildern) ehemals auf magnetisierbaren BĂ€ndern, heute eher auf Festplatten oder SSDs. Daneben wird diese FunktionalitĂ€t als USB-Stick oder Steckkarte mit zugehöriger Software fĂŒr PCs sowie von den Online-Diensten OnlineTVRecorder, Save.TV und YOUTV angeboten.

Contents

‱ Mechanik
‱ Elektronik
‱ Literatur
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Antiquierte Technik

Mechanik

Mechanische Aufzeichnung

Bereits in der Anfangszeit des Fernsehens versuchten Bastler, die Sendungen aufzuzeichnen. Das gelang einigen mit Hilfe von modifizierten Schallplatten. Die geringe Bandbreite, die das damalige mechanische Fernsehen benötigte, konnte so aufgezeichnet werden. Einige Aufnahmen verwendeten sogar noch schmalbandigere Formate, wie beispielsweise 30 Zeilen bei 4 Bildern pro Sekunde.

In den 1970ern startete das Unternehmen Telefunken einen neuen Versuch der mechanischen Aufzeichnung, siehe Bildplatte.

Magnetische Aufzeichnung

Mit dem Aufkommen von Drahtrekordern und TonbandgerÀten wurden auch Versuche unternommen, Fernsehbilder auf MagnetbÀndern aufzuzeichnen.

Lineare Aufzeichnung
Der Versuch der British Broadcasting Corporation nannte sich VERAcite-ref-1[1] und benutzte zwei Spuren, um ein 405-Zeilen-Fernsehsignal aufzuzeichnen. Das Frequenzspektrum wurde frequenzmoduliert und in zwei Teile aufgeteilt, die auf beide Spuren verteilt wurden. Gleichzeitig wurden in den USA Versuche unternommen, das Frequenzspektrum auf zwölf Spuren zu verteilen.
Die Probleme lagen darin, dass die hohe Bandbreite zu sehr kleinen „BandwellenlĂ€ngen“ fĂŒhrte. Es mussten sehr hohe Bandgeschwindigkeiten erreicht werden, um diese WellenlĂ€ngen lang genug zu machen. Die Verteilung des Signals auf mehrere Spuren löste zwar dieses Problem teilweise, jedoch traten neue Probleme elektronischer Art auf. Es erwies sich als schwierig, die Signale aufzutrennen und spĂ€ter wieder zusammenzufĂŒgen.

Analoge Festplattenrekorder Eine Unterart der linearen Aufzeichnung sind Festplattenrekorder. Hier wird das Signal von einem stehenden Kopf auf eine runde, sich drehende Scheibe aufgezeichnet. In der Regel dreht sich die Scheibe einmal pro Halbbild oder Vollbild. Der Kopf kann meistens auch noch schrittweise nach innen oder außen bewegt werden, um mehrere Kreise (Spuren) mit unabhĂ€ngigen Bildern aufzuzeichnen. Die Vorteile dieser Technik liegen im schnellen Zugriff auf jedes beliebige Bild der Platte. Mehrere Platten können diesen Zugriff noch beschleunigen. Festplattenrekorder konnten je nach GrĂ¶ĂŸe zwischen einer halben und etwa 30 Minuten aufzeichnen. Kleinere Systeme wurden fĂŒr die Zeitlupe bei SportĂŒbertragungen verwendet. GrĂ¶ĂŸere Systeme konnten in den 1970ern sogar typische Offlineschnittaufgaben ĂŒbernehmen. Im Fotobereich wurde diese Technik bei Still-Video-Kameras verwendet. Dort wurde pro Umdrehung ein Bild auf eine 3-Zoll-Diskette aufgezeichnet. Laserdiscs verwenden Ă€hnliche Verfahren. Moderne Festplattenrekorder haben mit dieser Technologie (bis auf die sich drehenden Magnetscheiben) nichts gemeinsam.

Andere Aufzeichnungsbewegungen
Das Problem unpraktikabel hoher Bandgeschwindigkeiten wurde gelöst, indem man nicht nur das Band bewegte, sondern zusĂ€tzlich den auf einen Zylinder montierten Aufzeichnungskopf rotieren ließ. FĂŒr die Aufzeichnung war nun nicht mehr die lineare Bandgeschwindigkeit bedeutend, sondern die Relativgeschwindigkeit zwischen Band und Kopf. Diese konnte um GrĂ¶ĂŸenordnungen grĂ¶ĂŸer als die Bandgeschwindigkeit sein, was selbst fĂŒr Videofrequenzen zu aufzeichenbaren „BandwellenlĂ€ngen“ fĂŒhrte.

Arcuate Scan Eines der ersten Verfahren wurde von Ampex Anfang der 1950er Jahre vorgestellt. Einige experimentelle Rekorder hatten die Köpfe auf der StirnflĂ€che eines sich drehenden Zylinders montiert. Das Band wurde nun ĂŒber diese FlĂ€che mit den Köpfen gefĂŒhrt, so dass auf dem Band sichelförmige Spuren entstanden. Dieses Verfahren funktionierte unzuverlĂ€ssig, da ein sicherer Bandkontakt nicht möglich war.

Transversal Scan (Querspuraufzeichnung) Ein weiteres Verfahren montierte (meist) vier Köpfe auf der MantelflĂ€che eines Zylinders, dessen Rotationsachse parallel zur Bandlaufrichtung lag. Das Band wurde an diesen Zylinder angeschmiegt, wobei es quer zur Bandlaufrichtung gewölbt wurde. Die Spuren stehen hier fast senkrecht zur Bandlaufrichtung. Eine Spur hat hierbei eine LĂ€nge, die knapp der Breite des Bandes entspricht. Da dies zu kurz war, um ein ganzes Halbbild aufnehmen zu können, wurde jedes Halbbild auf ĂŒblicherweise 6 bis 20 Spuren aufgeteilt. Diese mussten bei der Abtastung durch einen Time Base Corrector wieder sauber zusammengesetzt werden, sonst fĂŒhrte dies zu regelmĂ€ĂŸigen StörbĂ€ndern oder Störstreifen. Dieses Verfahren funktionierte nach Lösung anfĂ€nglicher Probleme recht gut und wurde ab 1956 beim Quadruplex-Format und beim BNC-Format eingesetzt.

Helical Scan (SchrĂ€gspuraufzeichnung) Dieses Verfahren war bei spĂ€teren Videorekordern am gebrĂ€uchlichsten. Im Gegensatz zum Transversal Scan steht die Rotationsachse des Zylinders fast quer zur Bandlaufrichtung. Die sich daraus ergebenden Spuren sind nur wenige Grad gegen die Bandrichtung geneigt. Zusammen mit einer weitaus grĂ¶ĂŸeren Kopftrommel als beim Transversal Scan ermöglicht das lĂ€ngere Spuren, die Halb- oder sogar Vollbilder aufnehmen können, so dass die Kopfumschaltung unsichtbar in die vertikale AustastlĂŒcke des Bildsignals gelegt werden kann. Dadurch wurden auch Standbild, Zeitlupe und Bildsuchlauf möglich. Die auf der Kopftrommel angebrachten Köpfe weisen unterschiedliche Azimute auf, was zu weniger Übersprechen zwischen benachbarten Spuren fĂŒhrt.

Elektronik

Modulationsverfahren

Videosignale sind wesentlich breitbandiger als Audiosignale. Es treten sowohl Gleichspannung wie auch Signale mit mehreren Megahertz Frequenz auf. Solche Signale kann man magnetisch nicht direkt (im Basisband) aufzeichnen, sondern muss sie auf einen TrÀger (TrÀgerband) modulieren.

FrĂŒhe Rekorder versuchten, dieses Problem mit Hilfe einer Amplitudenmodulation zu lösen. Geringste Schwankungen des Kontakts zwischen Kopf und Band fĂŒhrten zu Schwankungen der SignalstĂ€rke, was zu Schwankungen von Bildhelligkeit und -kontrast fĂŒhrte. Eine automatische Nachregelung gestaltete sich als sehr schwierig.
Charles Anderson kam etwa 1954 auf die Idee, das Signal frequenzmoduliert aufzuzeichnen. Dieses Modulationsverfahren ist weitgehend unempfindlich gegenĂŒber schwankenden Signalpegeln, verbessert den Signal-Rausch-Abstand insbesondere fĂŒr die gut sichtbaren niedrigeren Videofrequenzen und wird auch heute noch verwendet.

Farbaufzeichnung

Da Farbfernsehen eine Neuheit darstellte, als die ersten Videorekorder auf den Markt kamen, waren sie zunÀchst nicht in der Lage, Farbe aufzuzeichnen.

Direktfarbe
SpĂ€ter nutzte man die bereits vorhandene hohe Bandbreite der Videorekorder aus, um das gesamte Fernsehsignal inklusive Farbsignal aufzuzeichnen. Das Problem dabei war die Wiedergabe. Mechanische Toleranzen ließen die Köpfe etwas ungleichmĂ€ĂŸig gleiten, so dass eine „Ruckelbewegung“ entstand. Diese fĂŒhrte zu einer Phasenverschiebung der hochfrequenten Anteile. Beim Schwarzweiß-Fernsehen war sie kaum wahrnehmbar, fĂŒhrte jedoch zu deutlichen Farbtonfehlern und in ungĂŒnstigen FĂ€llen zum Totalausfall des FarbtrĂ€gers. Deshalb wurden sogenannte Time Base Correctors eingebaut. Das waren zunĂ€chst Schaltungen aus KapazitĂ€tsdioden und Spulen, die das Signal in einem kleinen Bereich zeitlich variabel verzögern konnten. SpĂ€ter wurde dieses Verfahren durch eine Reihe von Verzögerungsleitungen ergĂ€nzt, die je nach gewĂŒnschter Verzögerung an- oder ausgeschaltet wurden. In den 1970er Jahren wurde dieses analoge Verfahren durch digitale Speicher ersetzt.
Direktfarbaufzeichnung kam ebenfalls bei Laserdiscs zum Einsatz.

Herabgesetzter FarbuntertrÀger (Colour Under)

Da Direktfarbe sehr hochwertige mechanische Bauteile und einen (damals) teureren Time Base Corrector benötigte, suchte man nach Wegen, Farbaufzeichnungen gĂŒnstiger zu realisieren. Eine einfache Möglichkeit war es, den FarbuntertrĂ€ger in seiner Frequenz herabzusetzen (hier rot). Typischerweise liegt seine Frequenz dann bei: VHS, S-VHS, VHS-C: 627 kHz Video 2000: 625 kHz Video 8, Hi8: 743 kHz
Er wird direkt auf das Band aufgezeichnet, ohne nochmals moduliert zu werden. Durch die niedrige Frequenz werden Störungen aus dem Helligkeitssignal, das weiterhin frequenzmoduliert wird, vermieden. Die Bandbreite des FarbtrĂ€gers wird gegenĂŒber dem Ursprungssignal begrenzt; Formate mit diesem Verfahren haben deshalb eine eingeschrĂ€nkte Farbauflösung von etwa 40 horizontalen Zeilen.
Zudem neigen solche niedrigen Frequenzen zum Übersprechen, weshalb in sehr dicht gepackten Formaten wie VHS stets eine Rauschreduktion integriert ist, die das Farbrauschen minimieren soll. Diese fĂŒhrt bei einigen GerĂ€ten zu einem „Ausbluten“ der Farben.
Praktisch alle analogen Farb-Heimvideorekordersysteme benutzen diese Technik.

Sequenzielle Farbaufzeichnung
In einigen professionellen Formaten wie Betacam, Betacam SP oder M- und M-II-Format werden die beiden Farbdifferenzsignale nacheinander aufgezeichnet. Dazu werden beide Signale in einen BBD-Speicher geschoben und dann doppelt so schnell wieder ausgelesen und hintereinander auf eine Spur zeitlich komprimiert aufgezeichnet. Dadurch erreicht man eine höhere BildqualitÀt ohne gegenseitige Störungen von Farb- und Helligkeitssignal.

Tonaufzeichnung

LĂ€ngsspurton
UrsprĂŒnglich wurde der Ton auf getrennten linearen Spuren am Rand des Bandes aufgezeichnet, Ă€hnlich wie bei TonbĂ€ndern. Wegen der im Vergleich zu TonbandgerĂ€ten meist geringeren linearen Bandgeschwindigkeit in Videorekordern setzt das jedoch der TonqualitĂ€t Grenzen. Bis in die 1980er wurde jedoch selbst in professionellen Rekordern ausschließlich dieses Verfahren verwendet, da hier die Bandgeschwindigkeit höher liegt. Der Vorteil liegt besonders darin, dass jede einzelne Spur getrennt nachvertont werden kann. In der Regel werden eine bis drei LĂ€ngsspuren fĂŒr den Ton verwendet.

SchrÀgspur-(Hi-Fi-)Ton
SpĂ€ter zeichnete man den Ton frequenzmoduliert auf mehreren Frequenzen zusĂ€tzlich zu den Bildsignalen in der SchrĂ€gspur auf, meist mit speziellen „Hi-Fi“-Köpfen mit einem grĂ¶ĂŸeren Kopfspalt, zum Beispiel 0,9 ”m gegenĂŒber den Videoköpfen mit 0,3 ”m (bei VHS).
Aufgezeichnet wird in der Regel auf einem FM-modulierten TrĂ€ger pro Tonkanal – bei VHS 1,4 MHz fĂŒr den linken und 1,8 MHz fĂŒr den rechten Kanal.
Durch Anwendung von Frequenzmodulation wird der Frequenzgang stark verbessert. Mit diesem Aufzeichnungsverfahren ist allerdings eine Nachvertonung nicht möglich; diese muss auf den zusÀtzlich vorhandenen Audio-LÀngsspuren (bei eingeschrÀnkter QualitÀt) erfolgen.
Videosignal und Stereoton werden auf dieselbe Spur geschrieben, wobei der Stereoton vor dem Videosignal aufgezeichnet wird. Bedingt durch den grĂ¶ĂŸeren Kopfspalt des Audiokopfes wird der Ton tiefer in das Band magnetisiert als das nachfolgende Videosignal. Ein ĂŒbermĂ€ĂŸiges Übersprechen der beiden Signale wird durch die verschiedenen Azimutwinkel der Köpfe verhindert (bei VHS: −6° fĂŒr den Videokopf 1 und +30° fĂŒr den Audiokopf 1).
Allerdings muss die Kopfumschaltung dann sehr genau arbeiten, da es im Tonsignal im Gegensatz zum Bildsignal keine AustastlĂŒcken gibt, in denen man die Umschaltung „verstecken“ könnte. Hi-Fi-VHS-Rekorder zeichnen grundsĂ€tzlich neben dem Hi-Fi-Tonsignal auch noch ein lineares Tonsignal auf, damit die Kassetten auch auf VHS-Rekordern ohne Hi-Fi-FĂ€higkeit abspielbar sind.
In Systemen wie Video 8 ist der Hi-Fi-Ton vorgeschriebener Systembestandteil, da er die Mechanik deutlich vereinfacht. Man spart sich hier die getrennten Audioköpfe außerhalb des Videokopfes. Dadurch wird auch das Laufwerk deutlich kleiner.
Digitaler (PCM-)Ton
In einigen Formaten ist auch digitaler Ton definiert. Dieser wird in der Regel PCM-kodiert auf den SchrÀgspuren aufgezeichnet.

Timecode-Verfahren

Zum Schneiden von BĂ€ndern ist es sinnvoll, jedes Bild individuell mit einer Nummer zu versehen, um es wiederzufinden.

Farbkleckse
Bevor es richtige Timecodes gab, bediente man sich eines sehr einfachen Verfahrens. Der Editor spielte das Band ab und machte zum richtigen Zeitpunkt einen Farbklecks auf die RĂŒckseite des Bandes. SpĂ€ter wurde das Band an dieser Stelle geschnitten. Das funktioniert natĂŒrlich nur im Direktschnitt und ist recht ungenau.
LĂ€ngsspurtimecode
SpĂ€ter, mit dem Aufkommen der Digitaltechnik, zeichnete man das Timecodesignal als eine Sequenz von Tönen auf eine der Tonspuren auf. Die Verfahren wurden in der Regel so gestaltet, dass auch ein Lesen in erhöhter Geschwindigkeit möglich ist. Außerdem lĂ€sst sich der Timecode nachtrĂ€glich einfach verĂ€ndern.
Vertical Interval Timecode
Man kann den Timecode auch in der vertikalen AustastlĂŒcke aufzeichnen; dann ist er auch im Standbildmodus lesbar und er ist ein Teil des Bildes, wodurch er ĂŒber alle konventionellen Übertragungsstrecken ohne Zusatzkosten ĂŒbertragen werden kann.

Digitale Systeme

Digitale Videorekordersysteme verwenden unterschiedliche Verfahren, um Bild- und Tonsignale zu kodieren. Wird das analoge Signal zum Beispiel mit der vierfachen FarbuntertrĂ€gerfrequenz im Puls-Code-Modulationsverfahren (PCM) abgetastet, so spricht man vom „Composite“-Verfahren. HĂ€ufig wird allerdings das Signal bereits vor der Kodierung in RGB oder die Farbdifferenzsignale aufgeteilt. Danach werden in der Regel auch diese Signale als PCM-Signale weiterverarbeitet.

UrsprĂŒnglich wurden die PCM-Signale ohne Datenkompression aufgezeichnet. Das fĂŒhrte zu einer guten QualitĂ€t, erforderte jedoch große Aufzeichnungsgeschwindigkeiten und die Handhabung großer Datenmengen. Bei einer Videoaufzeichnung im Full-HD-Modus mit einer Bildhöhe H von 1080 Zeilen, einer Bildbreite B von 1920 Spalten, einer Bildfrequenz F von 25 Vollbildern pro Sekunde und einer Farbtiefe T von 8-Bit fĂŒr jede der drei PrimĂ€rfarben (die drei FarbkanĂ€le rot, grĂŒn und blau: K = 3) fĂ€llt eine DatenĂŒbertragungsrate R von ĂŒber einem Gigabit pro Sekunde an:cite-ref-2[2]

R = B · H · F · K · T
R = 1920 · 1080 · 25 Hz · 3 · 8 Bit
R = 1244 GBit/s = 155,5 MByte/s

SpĂ€ter wurden Computer so leistungsfĂ€hig, dass eine Datenkompression und -dekompression in Echtzeit durchgefĂŒhrt werden konnte. Dadurch wurde es möglich, fast ohne ZugestĂ€ndnisse an die QualitĂ€t die Datenraten und -mengen bis um den Faktor 100 zu reduzieren, da die redundante Aufzeichnung mehrerer sich wenig unterscheidender Bilder eines Filmes entfĂ€llt und einfarbige FlĂ€chen nicht mit der vollen Auflösung gespeichert zu werden brauchen.

Auch die digitalen Bandrekordersysteme werden gegenwĂ€rtig durch Festplattenrekorder und digitale Audiorekorder mit Festspeicher verdrĂ€ngt, da die Anschaffungs- und Wartungskosten geringer sind als fĂŒr BandgerĂ€te. Die Festplattenaufzeichnung, vor allem aber die Festspeicheraufzeichnung, ist ĂŒberdies durch geringe Zugriffszeiten und geringen Verschleiß gekennzeichnet.

Aufzeichnung bereits digital vorliegender Daten

Daten, die in digitaler Form ĂŒber das Internet oder den Fernsehempfang an den Nutzer geliefert werden, können ohne Transkodierung direkt auf digitalen Datenspeichern, wie zum Beispiel Festplatten, Speicherkarten oder USB-Sticks, festgehalten werden. Damit ist es möglich, Videostreams oder Fernsehsendungen ohne QualitĂ€tsverlust aufzuzeichnen und zu spĂ€teren Zeitpunkten beliebig oft und mit beliebig vielen Unterbrechungen oder Auslassungen (beispielsweise beim Überspringen von Werbeblöcke) zu konsumieren.cite-ref-3[3]

Übergang von MAZ zu Videorecordern

1965 (als der Preis einer professionellen MAZ-Anlage 250.000 – 300.000 DM betrug; in heutiger Kaufkraft etwa 670.000 Euro)cite-ref-vorlage-inflation-4-0[4] wurde von Philips ein Videorecorder mit Magnetband auf Spulen vorgestellt, der knapp 7.000 DM kostete (heute etwa 17.000 Euro).cite-ref-vorlage-inflation-4-1[4] Das GerĂ€t war nicht fĂŒr den Heimgebrauch, sondern fĂŒr den (semi-)professionellen Einsatz (z. B. Aufnahme von Operationen im Krankenhaus oder von Proben von Schauspielern, Kontrolle von BewegungsablĂ€ufen im Leistungssport, Schulfernsehen) vorgesehen.cite-ref-5[5]

Heimvideorekorder

Die ersten Videorekorder fĂŒr den Heimgebrauch kamen Anfang der 1960er auf den Markt. Ein Beispiel fĂŒr ein frĂŒhes GerĂ€t war der Loewe Optacord 500, der auf der Funkausstellung 1961 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zu den prominentesten Besitzern dieser frĂŒhen, damals fĂŒr den Heimbereich noch so gut wie unbekannten Heimvideorekorder gehörten ab etwa 1965 die Musiker John Lennon und Paul McCartney, die ihre GerĂ€te fĂŒr noch nicht in Serie gegangene Prototypen einer offiziell noch in der Entwicklung befindlichen Technik hielten.

In den 1970er Jahren wurden in Europa die Formate VCR (mit den Ablegern VCR Longplay und SVR) sowie Video 2000 von Philips und Grundig entwickelt. Diese europÀischen Formate konnten sich jedoch in den Vereinigten Staaten und Japan nur schwer durchsetzen.

Die europÀischen Entwicklungen wurden bald von zwei japanischen Systemen bedrÀngt: Betamax von Sony und VHS von JVC. Der erste Rekorder mit dem VHS-Aufzeichnungsformat war der HR-3300 von JVC, der im Herbst 1977 vorgestellt wurde.

Betamax bot zwar gegenĂŒber VHS eine minimal bessere BildqualitĂ€t und bessere Bandlaufeigenschaften, scheiterte aber daran, dass der Lizenzgeber Sony von anderen Herstellern Abgaben fĂŒr die Produktion von Betamax-GerĂ€ten nahm. Ein weiterer Grund war die Spielzeit. Durch das grĂ¶ĂŸere GehĂ€use der VHS-Kassette konnte schon bei MarkteinfĂŒhrung zwei Stunden lang aufgezeichnet werden, was fĂŒr einen Spielfilm oder ein Football-Spiel reichte. Betamax erlaubte zunĂ€chst nur eine Stunde Spielzeit. Bis Ende der 1980er Jahre hatte VHS vor allem aufgrund einer geschickteren Lizenzierungspolitik die konkurrierenden Systeme vollstĂ€ndig aus dem EinzelkundengeschĂ€ft verdrĂ€ngt. Dieser letztlich von VHS gewonnene Kampf um Marktanteile wurde als Formatkrieg bekannt. Er wiederholte sich in Ă€hnlicher Form ab etwa 2005 als Wettbewerb zwischen den Formaten HD DVD, VMD und Blu-ray Disc. Alle waren als Nachfolger der DVD entwickelt worden, und Blu-ray setzte sich schließlich durch.

Weitere, auch professionelle Formate finden sich im Artikel Liste der Videobandformate.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden 1979 etwa 270.000 GerÀte verkauft. 1981 waren es bereits rund 750.000 und 1983 1,4 Millionen. 1985 stand in etwa 7 Millionen Wohnungen ein VideogerÀt und damit in jedem vierten Haushalt.cite-ref-6[6]

Die EinfĂŒhrung der DVD als Wiedergabemedium und seit dem Jahr 2000 zunehmend auch als Aufnahmemedium fĂŒr Privatanwender drĂ€ngte bandbasierte VideogerĂ€te zunehmend zurĂŒck. Da aber noch viele Nutzer ihre analogen Aufnahmen weiternutzen wollten, gab es nach wie vor VHS-Rekorder zu kaufen. Manche dieser GerĂ€te vereinten auch die verschiedenen Aufnahmetechniken (meist ein VHS-Laufwerk und einen DVD-Rekorder in einem GerĂ€t) und boten somit eine unkomplizierte Möglichkeit, von einem Format in ein anderes zu kopieren.

Am 22. Juli 2016 gab Funai Electric, der letzte verbliebene Hersteller von Videorecordern, bekannt, die VideogerĂ€teproduktion noch im selben Monat endgĂŒltig einzustellen. Damit ging eine jahrzehntelange Ära zu Ende.cite-ref-7[7]

Aufbau eines VHS-Laufwerks mit Beschreibung

Videorekorder-Laufwerk von oben

1. Hier befindet sich u. a. der KopfverstÀrker, der die von den Video- und, wenn vorhanden, Audioköpfen kommenden FM-Signale verstÀrkt.
2. Vorn sieht man die Kopfscheibe mit den Video- und im vorliegenden Fall auch Audioköpfen. Die Kopfscheibe ist drehbar und wird mit einem auf derselben Welle befindlichen elektronisch kommutierten Außen- oder ScheibenlĂ€ufermotor angetrieben. In der Kopfscheibe ist fĂŒr jeden Kopf ein aus konzentrischen Ferritkernen bestehender Rotationstransformator enthalten; die Informationen werden induktiv ĂŒber einen Luftspalt ĂŒbertragen. Mögliche Anzahl an Köpfen auf der Kopfscheibe:

‱ 2 Köpfe: zwei Videoköpfe fĂŒr Standardplay oder kombiniert fĂŒr Standardplay und Longplay mit Mono-LĂ€ngsspur-Ton
‱ 4 Köpfe: zwei Videoköpfe fĂŒr Standardplay oder kombiniert fĂŒr Standardplay und Longplay und zwei rotierende Audioköpfe fĂŒr Hi-Fi-Stereo-Ton; bei Nachvertonung diese nur in Mono
‱ 6 Köpfe: vier Videoköpfe fĂŒr Standard- und Longplay sowie besseres Standbild und zwei Audioköpfe fĂŒr Hi-Fi-Stereo; stehender Löschkopf, daher Nachvertonung nur in Mono
‱ 7 Köpfe: vier Videoköpfe fĂŒr Standard- und Longplay, zwei Audioköpfe fĂŒr Hi-Fi-Stereo und einen rotierenden Löschkopf, besser fĂŒr Videoschnitt plus „stehenden“ Löschkopf; Nachvertonung in Mono

3. Der Schachtmotor hat die Aufgabe, die Kassette einzuziehen und das Band (mittels diverser „Finger“ und Zusatzmechanik) aus der Kassette herauszuholen und um die Rotationstrommel zu schlingen. ZusĂ€tzlich ĂŒbernimmt er die Steuerung zwischen den Betriebsarten des Videorekorders (Play, schneller Vor- und RĂŒcklauf usw.). Dazu dient der sogenannte Mod-Schalter.
4. Der Löschkopf löscht alle Informationen auf dem Band, wenn neu aufgezeichnet wird.
5. Die Andruckrolle transportiert das Band wie auch bei TonbandgerĂ€ten, indem sie es gegen eine Welle drĂŒckt.
6. Der Tonkopf zeichnet den Mono-Ton auf und spielt ihn ab. Eingebaut ist auch der Synchronisationskopf (auch CTL-Kopf genannt). Er wird dazu benutzt, um Synchronimpulse aufzuzeichnen und damit bei der Wiedergabe den momentanen Drehwinkel des Kopfrades bezĂŒglich des Bandvorschubs zu steuern. Neben dem Ton- und CTL-Kopf befindet sich der Löschkopf fĂŒr die Mono-Tonspur (schwarz), der bei Nachvertonung und Videoschnitt benötigt wird.
7. Der sogenannte Capstan (Capstanwelle, bei TonbandgerĂ€ten auch Tonwelle genannt) wird von einem Bandservo (hier nicht zu sehen) angetrieben. Er transportiert das Band. Nach EinfĂ€deln des Bandes drĂŒckt die Andruckrolle das Band gegen den Capstan, damit er das Band antreiben kann.
8. IR-Sensor zur Erkennung, ob eine Kassette eingelegt ist. 18 ist der dazugehörige Sender.
9. und 10. Die Umlenkrollen legen das Band um die Kopftrommel. Sie sind höhenverstellbar, um das Tracking einzustellen. Das Band wird so um die Kopftrommel gelegt, dass es etwa den halben Trommelumfang bedeckt. Von oben verlĂ€uft das Band in der Form eines „M“, deshalb wird das Verfahren auch M-Loading genannt.
10. Der Abwickeldorn nimmt eine Bandspule der Videokassette auf. WĂ€hrend des RĂŒckspulens wird er vom Bandservo angetrieben.
11. Der Aufwickeldorn nimmt die zweite Bandspule der Videokassette auf. WÀhrend des Abspielens des Bandes und wÀhrend des Vorlaufs wird auch dieser Dorn vom Bandservo (Capstanmotor) angetrieben.
12. FĂŒhrungsrillen des Kassettenschachtes
13. Ein FĂŒhrungsbolzen des Kassettenschachtes
14. Diese Plastiknase entriegelt die Kassettenklappe, die das Band schĂŒtzt.
15. Dieser Hebel drĂŒckt die 15 nach vorne zur Entriegelung der Kassettenklappe beim Einlegen der Kassette. Wenn die Kassette nach unten fĂ€hrt, öffnet dieser Hebel die Kassettenklappe.
16. Der Kassettenschacht nimmt die Kassette auf.
17. IR-Sensor zur Erkennung, ob eine Kassette eingelegt ist. Er ist auf einem Plastikstift montiert. Dieser Plastikstift entriegelt die Bandspulen der Videokassette.
18. Je nach Drehrichtung des Bandservos schaltet dieser Hebel zwischen Auf- oder Abwickeldorn um.

Videorekorder-Laufwerk von unten

1. Dieser Schalter startet und stoppt den Schachtmotor, wenn eine Kassette eingelegt oder ausgeworfen wird.
2. Getriebe fĂŒr den Kassettenschacht; es ist gleichartig auf der anderen Seite des Kassettenschachtes vorhanden.
3. Sensor zur Drehzahlmessung des Bandservos
4. Rotor des Bandservos (Capstanmotor). Unter diesem Rotor befinden sich sternförmig angeordnete Spulen. Der Motor ist elektronisch kommutiert und drehzahlgeregelt. Über einen Riemen ist der Servo mit einem Umschalthebel verbunden, der den Antrieb auf den Auf- bzw. Abwickeldorn umschaltet.
5. Der Kopftrommelservo ist ebenso wie der Bandservo ein elektronisch kommutierter AußenlĂ€ufermotor. Er treibt die Kopfscheibe an.
6. Getriebe fĂŒr Umlenkrollen und Bolzen, die das Band um die Kopftrommel legen
7. Ein Bolzen und Umlenkrolle von unten
8. Bremshebel fĂŒr den Bandservo. Dieser bremst die Capstanwelle und die daran gekoppelte Schwungmasse, damit bei Wiedergabe- oder Suchvorlaufabbruch keine Bandschlaufen entstehen.

Einzug und Auswurf einer VHS-Kassette

Das Videorekorderlaufwerk (im Bild ein VHS-Laufwerk) hat die Aufgabe, die Videokassette aufzunehmen und einzuziehen, das Band einzufÀdeln und zu transportieren. Dabei ist hohe PrÀzision notwendig. Das betrifft insbesondere die Spurlage des Bandes (Tracking) sowie den Bandtransport durch den Bandservo-Motor, der die Capstanwelle antreibt, und den Kopftrommelmotor (Kopftrommelservo), der die Kopfscheibe mit den Videoköpfen antreibt. Die Drehzahlen aller Servomotoren werden durch einen Mikrocontroller gesteuert.

Literatur

‱ Siegfried Zielinski: Zur Geschichte des Videorecorders. Spiess, Berlin 1985, Dissertation TU Berlin, PDF; Neuausgabe bei Polzer Media Group, Potsdam 2010, ISBN 978-3-934535-29-9.

Siehe auch

‱ Personal Video Recorder (PVR) als Sonderform eines Festplattenrekorders

Weblinks

Commons

: Videorekorder

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Videorekorder

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Television History – The First 75 Years
‱ Videotape Systems Theory
‱ Videotape Formats
‱ Karl-Gerhard Haas: Videorekorder: Ein Bild von einem Band. In: Heise Online. 11. April 2021, abgerufen am 16. April 2021.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Demonstration of VERA Video Recorder on Panorama. In: History of the BBC. Abgerufen am 21. Juli 2024.
cite-note-22. ↑ Markus Bautsch: Speicherbedarf, Wikibook: Digitale bildgebende Verfahren, Kapitel: Digitale_Bilder, abgerufen am 17. Juli 2014
cite-note-33. ↑ Mitschnitte ĂŒber USB: Einfach preiswert, test.de, 20. Dezember 2010, abgerufen am 17. Juli 2014
cite-note-vorlage-inflation-44. ↑ Diese Zahlen wurden mit der Vorlage:Inflation ermittelt, sind auf volle zehntausend bzw. hundert EUR gerundet und beziehen sich auf Januar 2026.
cite-note-55. ↑ alpha-retro: alpha-retro: 1965 - Die Schallplatte "Der technische Bericht". In: alpha-retro (Sendereihe auf ARD-alpha). Abgerufen am 28. August 2019 (die zitierte Information ist nur im Film selbst enthalten, nicht in der Inhaltsangabe; der Film berichtet im zweiten Teil ĂŒber Herstellung und Einsatz von MagnetbĂ€ndern zur Ton- und Bildaufzeichnung).
cite-note-66. ↑ JĂŒrgen Kniep: „Keine Jugendfreigabe!“ Filmzensur in Westdeutschland. 1949–1990. Wallstein-Verlag, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0638-7, S. 288.
cite-note-77. ↑ Letzter japanischer Hersteller von VHS-Recordern stellt Produktion ein Heise online, 22. Juli 2016